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26. März 2026

Heimatverein pflanzt sechs neue Bäume
Unzählige Telefonate, hitzige Diskussionen in Rat und Ausschüssen – teils in nicht öffentlicher Sitzung –, ein Ortstermin, juristische Beratungen und Leserbriefe in dieser Zeitung: Kaum zu glauben, dass die Fällung von nur zwei Bäumen so viel Staub aufwirbeln kann.
Bürgermeister Jan Röschenkämper sowie das Führungsduo des Heimatvereins, Franz Müllenbeck und Werner Witte, hoffen, dass die gerade erzielte Einigung zwischen Verein und Verwaltung die Wogen glättet: Als Ausgleich für die beiden gefällten Ahorne wird der Heimatverein nun sechs neue heimische Bäume auf dem Alten Friedhof pflanzen – und zwar zügig.
„Im Februar habe ich den Auftrag erteilt, die beiden im Weg stehenden Bäume zu fällen“, erklärte Müllenbeck am Montag bei einem Pressetermin im Rathaus. Dabei sei ihm bewusst gewesen, dass die Genehmigung des Rates fehlte. Aufgrund der engen Zeitvorgaben sei diese aber nicht einzuholen gewesen, da Baumfällungen nur bis Ende Februar erlaubt seien. „Wir wollen das Projekt ja bis zum 100-jährigen Bestehen des Heimatvereins abschließen.“
Röschenkämper betonte, dass der Rat den Heimatverein zwar zur Umgestaltung des Alten Friedhofs im Rahmen eines Leader-Projekts legitimiert habe, eine enge Begleitung durch die Verwaltung aber nicht vereinbart worden sei.
Deshalb seien die Verantwortlichen des Vereins nicht über die einzelnen Maßnahmen informiert gewesen.
„Das ist ein großer Unterschied zu einem Bürger, der einfach so gemeindeeigene Bäume fällt“, so der Bürgermeister.
Juristische Beratungen hätten ergeben, dass die Gemeinde prinzipiell Schadenersatz hätte verlangen können. Durch die freiwillige Wiedergutmachung des Vereins sei dies jedoch hinfällig.
Müllenbeck schilderte den Ablauf der Fällaktion: Im Herbst habe es mit dem damaligen Bürgermeister Karl Reinke eine Begehung des Friedhofs gegeben. Dabei sei festgestellt worden, dass die Stützmauer erneuert werden müsse, da sie durch einen Baum stark beschädigt war. „Bei der Begehung wurde uns nicht mitgeteilt, dass die später gefällten Bäume im Kataster der Gemeinde eingetragen waren“, erklärte er. Röschenkämper ergänzte, dass er die Untere Naturschutzbehörde des Kreises kontaktiert habe. „In solchen Fällen wird in der Regel kein Verfahren eingeleitet, aber eine Neuanpflanzung im Verhältnis zwei zu eins gefordert.“
Der Heimatverein habe freiwillig angeboten, für jeden gefällten Baum drei neue zu setzen. Die jetzt getroffene Einigung ist Teil des laufenden Verwaltungsgeschäfts und muss nicht politisch abgesegnet werden.
Müllenbeck und Witte zeigten sich erleichtert, dass die Angelegenheit vorerst geklärt ist – emotional allerdings noch nicht ganz. „Ich wünsche mir, dass Mitbürger, die Kritik haben, direkt auf mich zukommen, anstatt hinterrücks Unwahrheiten zu verbreiten“, sagte Müllenbeck.
Einige Leserbriefe seien teilweise unter die Gürtellinie gegangen.
Die Arbeiten am Alten Friedhof laufen unterdessen „ganz normal weiter“, betont Witte. „Allerdings in enger Abstimmung mit der Verwaltung“, ergänzt Röschenkämper.